zur FilmbeschreibungFilme und Veranstaltungen im Januar
Programm für: Montag 26.01.2026
DER GEHEIMNISVOLLE BLICK DES FLAMINGOS
Chile / F / D / Es /Bel 2025, Farbe, 104 Min., OmU, FSK: ab 16
Regie: Diego Céspédes
mit Tamara Cortés, Matías Catalán, Paula Dinamarca, Luis Dubo
1982: Die zwölfjährige Lidia lebt in Flamingos queerer Familie, die eine Bar am Rande einer kleinen Bergbaustadt in der nordchilenischen Wüste betreibt. Als sich eine unbekannte tödliche Krankheit auszubreiten beginnt, entsteht das Gerücht, sie werde schon durch den Blick eines queeren Menschen auf einen anderen Mann übertragen. Als die Familie beschuldigt wird, der Ursprung der Krankheit zu sein, begibt sich Lidia auf die Suche nach der Wahrheit.
Glaubhaft zeichnet Céspedes die Dynamik innerhalb eines Mikrokosmos nach: wie Angst und Unwissen zu einer raschen Verurteilung führen können – und marginalisierte Personen dabei als Schuldige herhalten müssen. Darüber hinaus entwirft der Filmemacher das einnehmende Bild einer Community, die sich wehrhaft gegenüber der Dämonisierung zeigt und Zusammenhalt demonstriert… Als Coming-of-Age-Story schildert das Werk, wie sich ein junger Mensch mit obskuren Theorien und mit Vorurteilen in seinem Umfeld beschäftigen muss; auch in diesem Punkt ist der Film (leider) gerade jetzt sehr relevant. Sein Anliegen, den Opfern der HIV-Pandemie ein Gesicht und eine Geschichte zu geben, gelingt Céspedes in der zärtlichen Betrachtung von Figuren, die Stärke aus ihrer Solidarität gewinnen und auch in Zeiten der unfassbaren Ungerechtigkeit die Liebe nicht vergessen.
(kino-zeit.de)
Für seinem bemerkenswerten Debütfilm „Der geheimnisvolle Blick des Flamingos“ wurde der chilenische Regisseur Diego Céspedes in Cannes mit dem Hauptpreis der Sektion Un Certain Regard ausgezeichnet. Zurecht, denn wie Céspedes auf allegorische Weise vom Beginn der AIDS-Pandemie erzählt, dabei magisch realistische Elemente einbaut ist berührend und sehenswert.
(programmkino.de)
Mo 26. bis Mi 28. Januar täglich um 20.30 Uhr
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