FRIENDLY FIRE – ERICH FRIED

Matinée So 21. Juni um 12 Uhr

Mo 22. und Di 23. Juni um 18.30 Uhr

Der Österreicher Erich Fried ist der bis heute meistgelesene, deutschsprachige Lyriker, auch wenn wir seine Liebesgedichte manchmal nicht mehr hören können. Seine Lebensumstände sind die eines traumatisierten, hochgebildeten und empathischen Unruhestifters und einem fast krankhaften Drang zur Versöhnung mit den Extremen politischer Überzeugungen, von RAF bis Neo-Nazi Michael Kühnen. Ein Mann, selber 1938 vor den Nazis aus Wien geflohen, ein Sisyphos, der unverdrossen an Verständigung arbeitete. Sein Sohn Klaus Fried, der in England lebt und seinem Vater beklemmend ähnlich sieht, beklagt, dass er ihn mit einer Generation junger Deutscher teilen musste, die ihren eigenen nicht trauen konnten. Das Haus in London war eine zum Bersten volle German Embassy of the left. Idealisten, Terroristen, die in der Küche eine Entführung planten und Horden kiffender Hippies gaben sich die Klinke in die Hand. Für seine Besucher ein Guru, war Papa für seine eigenen Kinder schwer zu erreichen…

Der Film ist ein Geschenk zur richtigen Zeit, thematisch hoch aktuell, voller Ambivalenzen und eine vielschichtige Familien-Saga… ein Film, der mich sehr berührt hat, weil er so viel Zeitgeschichte aus dem 20. Jahrhundert in sich trägt und so viele Punkte auch emotional anspricht. Was Familie angeht, was das Erbe angeht, auch das Erbe eines Traumas. Ein sehr bewegender Film.“ (DokFest München Festivalleiter Daniel Sponsel zum Eröffnungsfilm 2025)

Deutschland, Österreich 2025, Farbe, 104 Min
Ein Film von Klaus Fried realisiert von Julia Albrecht