Reihe 9.Nov 1938

Reihe 9. Nov 1938

Eröffnungskonzert der Reihe zum 9. November 1938


KAPELLCHEN SCHELLACK
Eine kleine Sehnsucht – Hommage an Friedrich Holländer

Kapellchen Schellack – das sind die charmante Diseuse Ev Machui und der Pianist Axel Kaapke. Mit viel Stil und Geschmack entführt die kleinste Kapelle Frankfurts ihr Publikum in die pulsierende Epoche der goldenen Zwanziger Jahre. Ihr aktuelles Programm „Eine kleine Sehnsucht“ ist dem Komponisten des „Blauen Engels“ Friedrich Hollaender gewidmet, der vortrefflich die „Menschenskinder“ seiner Epoche musikalisch verewigte: intelligent, populär und äußerst unterhaltsam. So trifft man beispielsweise auf hysterische Ziegen, süße Nachtgespenster, schillernde Diven und arme, aber reizende Mädchen.
Hollaender verließ 1933 seine Heimat Deutschland und konnte überleben, während viele seiner Weggefährten, mit denen er gemeinsam Lieder geschrieben hatte, von den Nazis ermordet wurden.
Eintritt 15, ermäßigt 13 Europäischen
Reservierungen bei www.kuenstlich-ev.de

Sa 2. November um 20 Uhr im Kulturzentrum Bezalel Synagoge


Austellung EMESE SAROLTA BENZ


FACES

Gesichter aus aller Welt - wie Puzzleteile die aus der Matrix zusammen gesetzt , erscheinen Gesichter, die sich scheinbar neu formieren oder / und im nächsten Moment wieder demontieren. Materie kommt zusammen und fliegt wieder auseinander.

Eröffnung am Do 7. November um 19.30 Uhr Kinokneipe Statt Gießener

Zu Gast Zeitzeuge Gerhard Wiese


IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS

Deutschland 2014, Farbe, 122 Min., FSK: ab 12
Regie: Giulio Ricciarelli
Darsteller: Alexander Fehling, André Szymanski, Gert Voss, Friederike Becht, Johann von Bülow, Hansi Jochmann, Johannes Krisch.
Endlich bekommt ein stiller Held von Nachkriegsdeutschland ein filmisches Denkmal, das er längst verdient hat. Fritz Bauer heißt der Mann, der als Generalstaatsanwalt in Hessen dafür sorgte, dass es in der Bundesrepublik anno 1963 zu den Auschwitz-Prozessen kam und keiner mehr sagen konnte, das hab ich nicht gewusst. Angestoßen wurde die Sache von einem umtriebigen Journalisten, mit den Ermittlungen betraute Bauer einen jungen Staatsanwalt - im Film eine fiktive Figur, die auf drei realen Ermittlern beruht. Was zum trägen Geschichtsunterricht hätte geraten können, entpuppt sich als ebenso spannendes wie anrührendes Drama über Vergangenheitsbewältigung und den aufrechten Gang. Ex-Goethe! Alexander Fehling bietet eine großartige Leistung als idealistischer Ankläger. Der im Sommer verstorbene Gert Voss stellt als Fritz Bauer einmal mehr unter Beweis, warum er von der Times einst zum besten Schauspieler Europas gekürt wurde. Mit dem letzten Kinoauftritt setzt die Theater-Ikone diesem stillen Helden ein wahrhaft großes Denkmal. Ein ganz außergewöhnlicher, sehr spannender, sehr berührender, sehr wichtiger Film!
Auschwitz? Das waren doch Schutzlager! Mit ihren Geschichtskenntnissen ist die Staatsanwaltschaft in Frankfurt nicht gerade vorbildlich - aber das scheint allemal typisch für die Bundesrepublik der Nachkriegszeit. Man schreibt das Jahr 1958. Der Adenauer macht das schon!, reden die Leute, Frauen dürfen nun auch ohne Zustimmung des Ehemanns arbeiten, meldet das Radio. Wirtschaftswunder, Konsum sowie heimelige Schlager bestimmen den Zeitgeist. In dieser biederen Gemütlichkeit der Vergessens und Verdrängens wirkt Thomas Gnielka, Journalist der Frankfurter Rundschau, wie ein lästiger Störenfried. Als er einen Lehrer anzeigen will, den er als ehemaligen KZ-Wärter enttarnt hat, erntet er nur Spott bei den Behörden. Lediglich der junge Staatsanwalt Johann Radmann (Alexander Fehling) nimmt sich der Sache heimlich an. Eigentlich ist er für Verkehrsdelikte zuständig, doch nun ist seine juristische Neugier geweckt. Je mehr er ermittelt, desto größer ist sein Erschrecken über die NS-Verbrechen. Er freundet sich mit dem Journalisten an und lernt durch ihn einen jüdischen Überlebenden von Auschwitz kennen. Dieses Land will die Wahrheit nicht wissen!, sagt der Mann, der über den Mord an seinen Zwillingen im Vernichtungslager nie hinweggekommen ist. Doch Radmann will diese Wahrheit wissen, erst recht, als er Unterlagen entdeckt, die auf die Spur der Täter führen…
Während es sich bei dem FR-Journalisten Gnielka und Generalstaatsanwalt Bauer um reale Figuren handelt, ist Johann Radmann ein fiktiver Charakter, der auf drei der damals ermittelnden Staatsanwälten basiert. Der dramaturgische Schachzug ermöglicht künstlerische Freiheiten, die das Drama erzählerisch voranbringen, ohne Persönlichkeitsrechte zu verletzen. Der Held kann eine Reise durchleben und an seinen Aufgaben wachsen oder verzweifeln… Die Wahrhaftigkeit der Fakten ändert sich dadurch nicht: Meines Erachtens nach ist das Drehbuch sehr authentisch – es übertreibt nichts, es verzerrt nichts, es stellt das Ermittlungsverfahren korrekt dar, bescheinigt der Historiker Werner Renz vom Fritz Bauer Institut. (Dieter Oßwald in programmkino.de)

Unser Gast ist der Zeitzeuge Gerhard Wiese. Der 1928 geborene deutsche Jurist wurde als Mitarbeiter der Frankfurter Staatsanwaltschaft von Generalstaatsanwalt Fritz Bauer beauftragt, die Anklageschriften gegen die NS-Verbrecher Wilhelm Boger und Oswald Kaduk zu verfassen. Beide wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Seine Erinnerungen an die Prozesse sind in das Drehbuch für den Spielfilm eingeflossen. Moderatorin Anika Wager wird das Zeitzeugengespräch mit Gerhard Wiese führen.

Matinée am So 10. November um 12 Uhr

HALVA – The Sweetest Klezmer Orchestra


HALVA ist ein belgisch-deutsch-dänisch-israelische Ensemble, das die Verbindungen zwischen traditioneller Klezmermusik und der ihr umgebenden Kulturen erforscht. Das sind vor allem Einflüsse aus Griechenland, Türkei, Ungarn, Rumänien und auch aus der westeuropäisch-klassischen Musik. Das Ergebnis ist eine lebendige energiegeladene Musik, die zum Tanzen einlädt und doch hin und wieder einen ernsteren in sich gekehrten Ton anschlägt. Es ist Musik, die sich sowohl an das Herz als auch an den Geist richtet. Es ist Musik, die auf der einen Seite, trotz der Vielfalt an Einflüssen, immer noch ganz klar Klezmer ist und doch auch gleichzeitig die Grenze des Genres gekonnt auslotet; auf der Suche nach einer Verschmelzung von westlichen und modalen Konzepten, von Konsonanz und Dissonanz.
Die Musiker von Halva sind Alina Bauer (DE) – Geige, Nicolaas Cottenie (BE) – Geige, Eline Duerinck (BE) – Cello, Emil Goldschmidt (DAN) – Klarinette, Robbe Kieckens (BE) – Perkussion, Ira Shiran (ISR) – Akkordeon/Klavier.
Eintritt 18, ermäßigt 16 Euro
Reservierungen bei www.kuenstlich-ev.de

Sa 16. November um 19.30 Uhr im Kulturzentrum Bezalel Synagoge

OLIVER STELLER spricht und singt Kurt Tucholsky


Lieder und Texte – Gedichte, Briefe, Leben
Oliver Steller hat seine Liebe zur Literatur nach der Schule wiederentdeckt. Seitdem vertont er Gedichte. Im Anschluss an ein Musikstudium in den USA und einem Jahrzehnt als freischaffender Musiker, gab der Gitarrist und Sänger 1995 sein Debüt als Rezitator. Die FAZ bezeichnet Oliver Steller heute als „Stimme deutscher Lyrik“.
In seinem Programm „Lieder und Texte“ versteht es Oliver Steller mit jazz- und bluesbeeinflussten Kompositionen das Leben Tucholskys emotional mitreißend nachzuzeichnen. Doch der Vollblutmusiker spielt und singt sich nicht in den Vordergrund. Durch seine einfühlsamen Musiken und biographischen Erzählungen bleibt der Dichter und Denker immer der zerrissene Held der Veranstaltung und Steller sein Interpret. So werden die Abende mit Oliver Steller und seiner Gitarre wie eine Messe, in denen der Geist des Dichters heraufbeschworen wird.
Zwischen Geschichten aus dem Leben Tucholskys werden sein Charakter und seine Gedichte durch Stellers Sprache und Gesang lebendig. Das Ergebnis: Ein unvergesslicher Abend, nicht nur für Literaturliebhaber.
Pressestimmen:
„Wenn Oliver Steller die Gitarre zur Hand nimmt, baut er ein Klanggeflecht auf, das genau die Stimmung aufnimmt, die im gesungenen oder rezitierten Text mitschwingt“ (Schwäbische Zeitung)
„Tucholsky-Abend mit Oliver Steller: ein unwiderstehliches Erlebnis!“ (Ibbenbürener Zeitung)
Eintritt 17, ermäßigt 15 Euro
Reservierungen bei www.kuenstlich-ev.de

Do 21. November um 19.30 Uhr im Kulturzentrum Bezalel Synagoge

Gongkonzert mit SUKAwave


Musik aus der Stille
Eintauchen in die Welt der Schwingung und des Klangs. Die Schwingungen der Klänge eröffnen ein physikalisch nachweisbares Energiefeld. Der menschliche Körper besteht überwiegend aus Flüssigkeiten, die durch die Schallwellen in Bewegung versetzt werden. Der eigene Körper wird somit in Resonanz erlebt und verbindet sich mit dem Schwingungsfeld. Die Klänge wirken wie eine innerliche Massage der Körperzellen. Körperliche und auch seelische Verspannungen und Blockaden können sich lösen. In Ein-Klang-Kommen und die eigene Intensität (wieder-)entdecken.(Zu-)hören und sich berühren lassen! Liegend, sitzend oder bewegt.
Die Klänge von Gongs sorgen für Ausgeglichenheit, stärken die eigene Mitte und öffnen Türen für Neues. Der Klang öffnet die Sinne. SUKAwave sind Dr. Ines Susanne Schmid und Karla Katja
Musik aus der Stille ist eine Konzertreihe, die künstLich e.V. und SUKAwave in der einzigartigen Atmosphäre der ehemaligen Synagoge in Lich präsentieren. Entschleunigen, Innehalten, zur Ruhe kommen und sich von ungewohnten Klängen musikalisch mitnehmen lassen, das ist die Idee von „Musik aus der Stille“. Dabei werden die Konzerte im Saal der ehemaligen Synagoge pur, das heißt ohne elektronische Verstärkung präsentiert. Und eine weitere Besonderheit: die Besucher*innen können selbst entscheiden, ob sie auf einem Stuhl oder auf einer Matte sitzend oder liegend das Konzert genießen möchten.
Eintritt 15, ermäßigt 13 Euro
Reservierungen bei www.kuenstlich-ev.de

So 24. November um 19 Uhr im Kulturzentrum Bezalel Synagoge

Sven Görtz - LEONARD COHEN


Jüdischer Poet und Sänger - Seine Songs, sein Leben
Der Sänger, Sprecher und Philosoph Sven Görtz singt im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum 9. November 1938 Lieder von Leonard Cohen und beleuchtet dessen Leben als Jude, der gleichzeitig Buddhist und Freidenker war. Begleitet wird er von Sängerinnen und Sängern des Jugendchores Songlines aus Lich.
Mit Titeln wie „Suzanne“, „Bird On the Wire“ und „Hallelujah“ hat er zeitlose Klassiker geschaffen: Leonard Cohen, Sänger und Songwriter-Legende, Poet der sanften Töne, Grenzgänger zwischen Literatur und Musik. In zahlreichen seiner Songs hat er jüdische Traditionen einfließen lassen, er hat klingende Metaphern für den Glauben und selbst für den Holocaust gefunden.

Der Sänger, Sprecher und Philosoph Sven Görtz beleuchtet die religiösen und kulturellen Hintergründe im Werk von Leonard Cohen und singt eine Auswahl seiner schönsten Lieder. Die Ähnlichkeit seiner warmen Baritonstimme mit der des jüngeren Songwriters ist verblüffend. Görtz imitiert den Meister jedoch nicht, sondern interpretiert sein Werk neu, konzentriert auf das Wesentliche: Stimme, Gitarre, Song. Unterstützt wird Görtz bei ausgewählten Stücken von Mitgliedern der Songlines, dem Chor der Musikschule Lich.
Eintritt 17, Schüler & Studierende 8 Euro
Reservierungen bei www.kuenstlich-ev.de

Fr 29. November um 19.30 Uhr im Kulturzentrum Bezalel Synagoge