Deutscher Filmpreis

Deutscher Filmpreis 2020

Die nominierten Spielfilme 2020

Deutscher Filmpreis

SYSTEMSPRENGER
Deutschland 2019, Farbe, 120 Min., FSK: ab 12
Regie & Buch: Nora Fingscheidt
Darsteller: Helena Zengel, Albrecht Schuch, Lisa Hagmeister, Gabriela Maria Schmeide und Melanie Straub
Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei Mama wohnen! Doch Bianca hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien.
Mo 25. bis Mi 27. Mai um 20 Uhr

UNDINE
Deutschland/Frankreich 2020, Farbe, 90 Min.
Regie: Christian Petzold
Darsteller: Paula Beer, Franz Rogowski, Maryam Zaree, Jacob Matschenz
UNDINE erzählt von einer jungen Frau, die als studierte Stadthistorikerin Führungen über die städtebauliche Entwicklung Berlins gibt. Sie lebt ein wohl typisches Berliner Großstadt-Leben. So gewöhnlich ihr Leben erscheint, so schwer wiegt doch ihr Geheimnis. Als sie von ihrem Freund für eine andere Frau verlassen wird, holt sie ein Fluch ein: Undine muss den Mann, der sie verrät, töten und ins Wasser zurückkehren, aus dem sie einst gerufen wurde. Doch die Undine im Film wehrt sich gegen ihre Bestimmung. Sie will nicht töten und sie will nicht gehen. Im Moment des Verrats taucht Christoph auf und sie verliebt sich in ihn. Er ist Industrietaucher und zeigt ihr seine Welt unter Wasser. Und so merkt er irgendwann, dass sie davonläuft vor etwas. Jetzt, da er sich verraten fühlt, muss Undine sich neu entscheiden.
Do 2. bis Mi 8. Juli täglich um 20 Uhr

LARA
Deutschland 2019, Farbe, 98 Min., FSK: o. A.
Regie: Jan-Ole Gerster
Darsteller: Corinna Harfouch, Tom Schilling, André Jung, Volkmar Kleinert, Rainer Bock
Es ist Laras sechzigster Geburtstag, und eigentlich hätte sie allen Grund zur Freude, denn ihr Sohn Viktor gibt an diesem Abend das wichtigste Klavierkonzert seiner Karriere. Schließlich war sie es, die seinen musikalischen Werdegang entworfen und forciert hat. Doch Viktor ist schon seit Wochen nicht mehr erreichbar und nichts deutet darauf hin, dass Lara bei seiner Uraufführung willkommen ist. Kurzerhand kauft sie sämtliche Restkarten und verteilt sie an jeden, dem sie an diesem Tag begegnet. Doch je mehr Lara um einen gelungenen Abend ringt, desto mehr geraten die Geschehnisse außer Kontrolle.
Do 18. bis So 21. Juni täglich um 17.30 Uhr

LINDENBERG – MACH DEIN DING
Deutschland 2019, Farbe, 135 Min., FSK: ab 12
Regie: Hermine Huntgeburth
Darsteller: Jan Bülow, Julia Jentsch, Charly Hübner; Detlev Buck
Im Kopf den Lichtjahre entfernten Traum einer Karriere als Musikstar verlässt der erst 15-jährige Udo Lindenberg seine westfälische Heimat, um eine Ausbildung in einem Luxushotel zu beginnen. Doch schon die erste Chance nutzt er und bricht seine Lehre ab. Unter der sengenden Sonne der libyschen Wüste mit 17 Jahren schon als Profimusiker für US Truppen trommelnd, stößt sein Traum jedoch an seine Grenzen. Wieder in Hamburg hält er sich mit kleinen Gigs als Schlagzeuger über Wasser. Sein Wunsch deutsch zu singen wird von den Plattenbossen vehement abgelehnt, denn deutsch ist Schlager. Frustriert flieht er nach Ost-Berlin und beginnt eine kurze und leidenschaftliche Liebesbeziehung mit der Ost-Berlinerin Petra. Doch getrennt durch die Mauer, sehen sie keine gemeinsame Zukunft. Mit gebrochenem Herzen und neuen Liedern im Kopf tritt er schlussendlich die Reise zurück nach Hamburg an…
Do 28. Mai bis Mo 1. Juni täglich um 20 Uhr

ES GILT DAS GESPROCHENE WORT
Deutschland 2019, Farbe, 122 Min., FSK: ab 12
Regie: Ilker Çatak
Darsteller: Anne Ratte-Polle, Ogulcan Arman Uslu, Godehard Giese
Gegensätzlicher könnten die Lebenswelten von Marion und Baran kaum sein, als sie sich am Strand von Marmaris zum ersten Mal begegnen: Marion, die selbstbewusste, unabhängige Pilotin aus Deutschland, trifft auf Baran, den charmanten Aufreißer, der von einem besseren Leben jenseits des Bosporus träumt. Zielstrebig bittet er Marion, ihn mit nach Deutschland zu nehmen. Und sie lässt sich auf dieses Wagnis ein, ganz gegen ihre sonst so überlegte Art, und schließt einen Deal mit ihm. Vielleicht, weil sie gerade selbst dazu gezwungen ist, ihr bisheriges Leben zu überdenken? Marions Dauer-Affäre Raphael wird von der neuen Situation vollkommen überrascht. Baran gibt alles, um die ihm gebotene Chance auf ein neues Leben zu nutzen. Das beeindruckt Marion – ihre Zurückhaltung beginnt zu bröckeln, und beide kommen sich näher als geplant.
Do 11. bis So 14. Juni täglich um 17.30 Uhr

BERLIN ALEXANDERPLATZ
Deutschland 2020, Farbe, 183 Min., FSK: ab
Regie: Burhan Qurbani
Darsteller: Welket Bungué, Jella Haase, Albrecht Schuch, Joachim Król, Annabelle Mandeng, Nils Verkooijen
Dies ist die Geschichte von Francis (32). Auf der illegalen Überfahrt von Afrika nach Europa kentert das Flüchtlingsboot, auf dem er sich befindet. Francis schwört Gott, dass er ein guter Mensch sein will, wenn dieser ihn rettet. Das Gebet wird erhört: Francis überlebt und sein Weg führt ihn nach Deutschland. Die Lebensumstände als staatenloser Flüchtling machen es ihm schwer, seinen Schwur einzuhalten. Er trifft auf den Drogendealer Reinhold (29) und die Leben der beiden verbinden sich zu einer düsteren Schicksalsgemeinschaft. Reinhold spannt Francis für seine Zwecke ein, immer wieder widersteht Francis, um dann doch nachzugeben. Er kündigt seinen Pakt mit Gott. Aber erst als seine Liebe Mieze (23) stirbt, erkennt Francis, dass er fehlgeleitet wurde. Als gebrochener, aber auch neuer Mensch kehrt Francis in die Stadt und tut, was er am besten kann. Er steht auf und fängt von vorne an
Wegen Überlänge Eintritt 12, ermäßigt 11 Euro
Ab Do 30 Juli täglich um 20 Uhr


Die nominierten Dokumentarfilme 2020


BORN IN EVIN
Deutschland 2019Farbe, 96 Min.
Drehbuch und Regie: Maryam Zaree
BORN IN EVIN erzählt die Geschichte von Regisseurin und Schauspielerin Maryam Zaree, die sich auf die Suche nach den gewaltvollen Umständen ihrer Geburt in einem der berüchtigsten politischen Gefängnisse der Welt macht. Vor genau vierzig Jahren wurde der Shah und die iranische Monarchie gestürzt. Ayatollah Khomeini, der neue religiöse Führer, ließ nach seiner Machtergreifung Zehntausende von politischen Gegnern verhaften und ermorden. Unter den Gefangenen waren auch die Eltern der Filmemacherin, die nach Jahren im Gefängnis beide überlebt haben und nach Deutschland fliehen konnten. Innerhalb der Familie konnte nie über die Verfolgung und das Gefängnis gesprochen werden. Maryam Zaree, heute erfolgreiche Schauspielerin und Autorin, stellt sich dem jahrzehntelangen Schweigen und geht den eigenen Fragen nach dem Ort und den Umständen ihrer Geburt nach.
Matinée am Pfingstsonntag, 31. Mai um 12 Uhr
Di 2. und Mi 3. Juni jeweils um 20 Uhr
Matinée am Do 11. Juni um 12 Uhr

SCHLINGENSIEF – IN DAS SCHWEIGEN HINEINSCHREIEN
Deutschland 2020, Frabe, 124 Min.,
Regie & Buch: Bettina Böhler
SCHLINGENSIEF ist ein Film über den 2010 mit 49 Jahren gestorbenen Film- und Theaterregisseur und Aktionskünstler Christoph Schlingensief. Er hat über drei Dekaden ein künstlerisches Werk geschaffen, das in seiner Wirkung unvergleichbar ist. Der Fokus des Films ist Schlingensiefs Auseinandersetzung mit Deutschland. Einerseits verspürte er eine Verbundenheit mit seiner Herkunft, seiner Kernfamilie und so etwas wie „Heimat“ – andererseits rebellierte er gegen sie - auch gegen den Kleinbürger in sich selbst – und provozierte bis hin zur Forderung „Tötet Helmut Kohl“ auf der documenta X 1997. Dass er 2004, am deutschesten Ort der Hochkultur, in Bayreuth Wagners „Parsifal“ inszenieren durfte, und die Einladung erhielt, den deutschen Pavillon der Biennale in Venedig zu gestalten, erfüllte ihn auch mit Stolz, weil er erkannte, dass die Hassliebe zu seinem Land am Ende doch noch erwidert wurde.
Kinostart Ende August

HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT
Deutschland/Österreich 2019, Farbe und S/W, 218 Min.
Regie & Buch: Thomas Heise
HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT folgt den biografischen Spuren einer zerrissenen Familie über das ausgehende 19. und das folgende 20. Jahrhundert hinweg. Es geht um Menschen, die einst zufällig zueinander fanden, dann einander verloren. Deren verbliebene Kinder und Enkel jetzt verschwinden. Es geht um Sprechen und Schweigen. Erste Liebe und verschwundenes Glück. Väter, Mütter, Söhne, Brüder, Affären, Verletzung und Glück in wechselnden Landschaften, die verschiedene, einander durchwuchernde Spuren von Zeiten in sich tragen. Eine Collage aus Bildern, Tönen, Briefen, Tagebüchern, Notizen, Geräuschen, Stimmen, Fragmenten. HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT ist ein Nachdenken über die Zeit und die Liebe in ihr, den Menschen, in Tönen, Bildern und Sprache. Immer bleibt ein Rest, der nicht aufgeht.
Matinée So 14. Juni um 11 Uhr

Die nominierten Kinder- und Jugendfilme 2020


FRITZI – EINE WENDEWUNDERGESCHICHTE
Deutschland/ Luxemburg/ Belgien/ Tschechien 2019, Farbe, 86 Min., Animationsfilm, FSK: ab 6
Regie: Ralf Kukula & Matthias Bruhn
Buch: Beate Völcker, nach dem Kinderbuch von Hanna Schott und Gerda Raidt
Leipzig, 1989. Liebevoll kümmert sich die zwölfjährige Fritzi um den kleinen Sputnik. Er ist der Hund ihrer besten Freundin Sophie, die über die Sommerferien mit ihrer Mutter nach Ungarn gefahren ist. Doch zum Schulanfang kehrt Sophie nicht in die Klasse zurück. Wie viele andere ist sie in den Westen geflohen. Mutig macht sich Fritzi auf die Suche nach ihrer Freundin. Zufällig gerät sie in eine Montagsdemonstration und erlebt wie Menschen riskieren verhaftet zu werden, weil sie sich für Freiheit und Veränderung einsetzen. Davon inspiriert weiß sie genau, was sie tun muss: Sie muss Sputnik zu Sophie bringen - koste es was es wolle. Durch Sophies Postkarte aus Westdeutschland hat sie einen Hinweis. Mit Hilfe ihres Klassenkameraden Bela will sie den Hund über die schwer bewachte Grenze bringen.
Fr 5. bis So 7. Juni täglich um 15 Uhr

ALS HITLER DAS ROSA KANINCHEN STAHL
Deutschland/ Schweiz 2018, Farbe, 119 Min., FSK: o.A.
Regie: Carolin Link
Drehbuch: Carolin Link, Anna Brüggemann
Darsteller: Riva Krymalowski, Oliver Masucci, Carla Juri, Marinus Hohmann, Ursula Werner, Justus von Dohnányi, Anne Bennent, Benjamin Sadler
Berlin, 1933: Anna ist erst neun Jahre alt, als sich ihr Leben von Grund auf ändert: Um den Nazis zu entkommen, muss ihr Vater nach Zürich fliehen; seine Familie folgt ihm kurze Zeit später. Anna lässt alles zurück, auch ihr geliebtes rosa Stoffkaninchen, und muss sich in der Fremde einem neuen Leben voller Herausforderungen und Entbehrungen stellen. Eine berührende Geschichte über Abschied, Zuversicht und was es heißt, eine Familie zu sein.
Fr 19. bis So 21. Juni täglich um 15 Uhr