zur Filmbeschreibung

Programm fĂĽr: Freitag 27.03.2020

UNA PRIMAVERA


Regie: Valentina Primavera
Die Fotos aus der Zeit, in der Fiorella und Bruno geheiratet haben, tragen den Index einer verlorenen Epoche. Die Braut – weißes Kleid, Spitzenschleier – blickt leicht nach oben. Eine Art Marienbildnis. Der Bräutigam – schwarzes Haar, schwarzer Anzug – richtet den Blick ins Objektiv: durchdringend und dunkel. Ob sie ihn damals geliebt habe, könne sie nicht sagen, meint Fiorella, die sich gerade das schwere, enzyklopädisch große Hochzeitsalbum auf den Schoß gelegt hat. 40 Jahre liegen zwischen jenen Aufnahmen und der Gegenwart dieses Films – 40 Jahre eines Selbstverlusts, wie Fiorella einmal unter Tränen erzählt.

„Valentina Primavera, die jüngste Tochter der Eheleute, reist nun mit der Kamera zurück ins Elternhaus, um eine jahrzehntelange Geschichte des Streits, der Beleidigungen und der häuslichen Gewalt frei- und offenzulegen. Und sie begleitet ihre Mutter bei dem Versuch, sich nach 40 Jahren Ehe endlich und endgültig von ihrem Mann zu trennen. Die Kamera ist ein gnadenloser Apparat. Ihre Gnadenlosigkeit auszuhalten – darin liegt die physische Kraft und Anstrengung dieses Films.“ (Lukas Stern – DOK Leipzig)

„Im Persönlichen das Universelle finden, wird jungen Regisseuren oft geraten, eine Empfehlung, die Valentina Primavera in ihrem Debüt UNA PRIMAVERA bravourös einlöst. Sie beobachtet den Versuch ihrer Mutter, sich von ihrem gewalttätigen Mann zu lösen und erzählt damit von den verknöcherten patriarchalischen Strukturen Italiens.“ (programmkino.de)

„Ich habe zu filmen begonnen, um einen Moment des Mutes festzuhalten, als ein Zeichen meiner Bewunderung und Dankbarkeit“ Valentina Primavera

Eine Matinée zum Weltfrauentag in Zusammenarbeit mit der Kreisfrauenbeauftragten des Landkreis Gießen mit anschließende Video-Konferenz mit Regisseurin Valentina Primavera

So. 8. März um 12 Uhr

Zum Seitenanfang