zur Filmbeschreibung

Programm für: Montag 08.08.2022

LEANDER HAUSSMANNs STASIKOMOEDIE


Deutschland 2022, Farbe, 116 Min., FSK: ab 12
Regie und Buch: Leander Haußmann
Darsteller: David Kross, Tom Schilling, Alexander Scheer

Darf man das? Über die Stasi lachen? Über einen Unrechtsstaat lachen? Wenn man ihn erlebt hat, ist die Antwort sicherlich „Ja“. Wird sich zumindest Leander Haußmann gedacht haben, der sich in seinem Oeuvre schon häufiger mit dem Leben in der DDR befasst hat. Diesmal widmet er sich dem Thema jedoch deutlich plakativer und erzählt von einem gefeierten Oppositionellen, der eigentlich ein Offizier der Staatssicherheit gewesen ist – und das mit Bildern, die schon mal ins Surreale gehen können.
Ein Schriftsteller, der für seinen mutigen Stand als Oppositioneller in der DDR gefeiert wurde, besorgt sich auf Drängen der eigenen Familie seine Stasiakte, um zu sehen, was die Staatssicherheit so über ihn wusste. Viel, das wird schnell klar. Denn enthalten ist sogar ein Liebesbrief, der an ihn geschickt wurde – zu einer Zeit, als er längst mit seiner späteren Frau zusammen war. Das bringt den armen Mann in Erklärungsnöte, während er sich daran erinnert, wie das damals war. Denn ein Oppositioneller war er nicht. Im Gegenteil, als Offizier der Staatssicherheit sollte er negativ-dekadente Kreise, wie man das so schön nannte, infiltrieren und von innen heraus zersetzen.
Die Hauptfigur in jungen Jahren wird von David Kross gespielt. Er schlägt sich in dieser Geschichte auch gut, weil er immer die nötige Ernsthaftigkeit bewahrt. Nur um ihn herum wird das Ganze schon mal abstrus. Oder auch lächerlich, wenn sich die Kollegen des Spitzels in bester Slapstick-Manier als Volltrottel bei der Observation erweisen oder einfach nur kopflos agieren. Das sind die Momente, denen der Film wohl seinen Titel verdankt…
(Peter Osteried www.programmkino.de)

Fr. 24. bis So. 26. Juni täglich um 21 Uhr
Mo. 27. bis Mi. 29. Juni täglich um 17 Uhr

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