Zum 9. Nov

Die Film- und Veranstaltungsreihe zum 9. November 1938


Auch in in diesem Jahr gibt es wieder eine umfangreiche Film- und Veranstalrungsreihe zum 9. November 1938
Unten finden sich die ausgewählten Filme, die weiteren Veranstaltung finden sich unter folgtenden Links:
Kultur Lich
künstLich
KVHS


Die Filme der Reihe zum 9. November 1938 - Erinnerungskultur


UND MORGEN DIE GANZE WELT

Frankreich, Deutschland 2020, Farbe, 111 Min., FSK: ab 12
Regie: Julia von Heinz
Drehbuch: Julia von Heinz und John Quester
Darsteller: Mala Emde, Noah Saavedra, Tonio Schneider, Andreas Lust

Luisa ist 20 Jahre alt, stammt aus gutem Haus, studiert Jura im ersten Semester. Und sie will, dass sich etwas verändert in Deutschland. Alarmiert vom Rechtsruck im Land und der zunehmenden Beliebtheit populistischer Parteien, tut sie sich mit ihren Freunden zusammen, um sich klar gegen die neue Rechte zu positionieren. Schnell findet sie Anschluss bei dem charismatischen Alfa und dessen besten Freund Lenor: Für die beiden ist auch der Einsatz von Gewalt ein legitimes Mittel, um Widerstand zu leisten. Bald schon überstürzen sich die Ereignisse. Und Luisa muss entscheiden, wie weit zu gehen sie bereit ist – auch wenn das fatale Konsequenzen für sie und ihre Freunde haben könnte.
Inspiriert von eigenen Erlebnissen, hat Julia von Heinz zusammen mit John Quester das Drehbuch geschrieben. In der Hauptrolle fasziniert Mala Emde („303“) als kämpferische junge Frau, die im Sturm und Drang der Gefühle vor radikalen Entscheidungen steht. An ihrer Seite erweisen sich Noah Saavedra, Tonio Schneider und Luisa-Céline Gaffron („Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“) als nicht minder aufregende Entdeckungen.

„Julia von Heinzes couragierter, in authentischen Handkamera-Bildern eingefangener Film folgt einer mutigen Frau im Kampf gegen rechten Terror. Selbst wenn der Film nicht alle Fragen beantwortet: Er ist wichtig, besitzt ganz zentrale Botschaften und fängt zentrale Momente immer wieder mit erstaunlicher Sensibilität und Intimität ein. Für Hauptdarstellerin Mala Emde gab’s dafür auf dem Filmfestival in Venedig den Preis der Filmkritik als beste Schauspielerin.“ (programmkino.de)

Do. 29. Oktober bis So. 1. November, täglich um 20.15 Uhr
Mo. 2. bis Mi. 4. November, täglich um 18 Uhr
Do 5. bis Sa 7. November täglich um 16 Uhr


PERSISCHSTUNDEN

Russland / Deutschland / Belarus 2020, Farbe, 127 Min., FSK: ab 12
Regie: Vadim Perelman
nach einer Novelle von Wolfgang Kohlhaase
Darsteller: Nahuel Pérez Biscayart, Lars Eidinger, Jonas Nay, Leonie Benesch, Alexander Beyer, David Schütter, Luisa-Celine Gaffron

1942. Gilles, ein junger Belgier, wird zusammen mit anderen Juden von der SS verhaftet und in ein Lager nach Deutschland gebracht. Er entgeht der Exekution, indem er schwört, kein Jude, sondern Perser zu sein – eine Lüge, die ihn zunächst rettet. Doch dann wird Gilles mit einer unmöglichen Mission beauftragt: Er soll Farsi unterrichten. Offizier Koch, Leiter der Lagerküche, träumt nämlich davon, nach Kriegsende ein Restaurant im Iran zu eröffnen. Wort für Wort muss Gilles eine Sprache erfinden, die er nicht beherrscht. Als in der besonderen Beziehung zwischen den beiden Männern Eifersucht und Misstrauen aufkommen, wird Gilles schmerzhaft bewusst, dass ihn jeder Fehltritt auffliegen lassen könnte.
Inspiriert von wahren Begebenheiten, erschuf Regisseur Vadim Perelman (Haus aus Sand und Nebel) mit PERSISCHSTUNDEN ein hochspannendes, wendungsreiches Drama, das eine packende und emotionale Geschichte vom menschlichen Überlebenswillen erzählt.
„Ähnlich wie Stefan Ruzowitzky im KZ-Drama „Die Fälscher“ verdichtet Vadim Perelman den Alltag des Massenmords zu einem Kammerspiel des Schreckens.“
(Tagesspiegel)

Fr. 13. und Sa. 14. November, jeweils um 16 Uhr
Mo. 16. bis Mi. 18. November, täglich um 16 Uhr


RESISTANCE – WIDERSTAND

Frankreich / Deutschland / USA / GB 2020, Farbe, 121 Min., FSK: ab 12
Regie: Jonathan Jakubowicz
Darsteller: Jesse Eisenberg, Rd Harris, Clemence Poesy

Während des Zweiten Weltkriegs und der Besetzung Frankreichs durch das Deutsche Reich engagiert sich der orthodoxe Jude Marcel Marceau (Jesse Eisenberg), der eigentlich Marcel Mangel heißt und später als Pantomime weltbekannt werden soll, unter dem Einfluss seines Cousins Georges Loinger (Géza Röhring) und seines Bruders Simon (Félix Moati) im Widerstand Frankreichs. Marceau nutzt dabei seine Pantomimen-Ausbildung, um Waisenkindern, deren Eltern dem Holocaust zum Opfer fielen, bei der Flucht zu helfen und sie so vor den Rassegesetzen und den Konzentrationslagern der Nazis zu bewahren. Doch dafür muss er gemeinsam mit der Aktivistin Emma (Clémence Poésy) in den Untergrund gehen und in höchster Gefahr leben. Denn der lokale Gestapo-Chef Klaus Barbie (Matthias Schweighöfer) setzt alles daran, die Gruppe zu zerschlagen.

Do. 19. bis So. 22. November, täglich um 18 Uhr
Mo. 23. bis Mi. 25. Dezember, täglich um 16 Uhr


DAS LETZTE GESCHENK

Argentinien / Spanien 2017, Farbe, 93 Min., OmU
Regie und Buch: Pablo Solarz
Darsteller: Miguel Ángel Solá, Ángela Molina, Julia Beerhold, Natalia Verbeke, Olga Boladz, Martín Piroyansky, Jan Mayzel

Die Erinnerung ist wie ein Anzug, den man sich immer wieder aufs Neue zusammenschneidert. Mancher Faden mag sich unwiederbringlich lösen, aber Abraham, der 88 Jahre alte, kauzige, gewiefte Schneider, hat noch vieles im Kopf: ein altes Versprechen zum Beispiel. Als seine Töchter ihn ins Seniorenheim stecken wollen, steigt Abraham kurzerhand ins Flugzeug und verschwindet. Er macht sich auf eine abenteuerliche Reise von Buenos Aires nach Polen. Dort will er den Jugendfreund suchen, der ihm während des Holocaust das Leben rettete, und ihm ein besonderes Geschenk bringen: den letzten von ihm handgefertigten Anzug.
Der eigensinnige Abraham verliert auf seiner Odyssee quer durch Europa seine Fahrkarten, sein Geld, und fast auch sein Bein, trifft aber auf schräge Gestalten und besondere Menschen. Da ist der abgebrannte Musiker Leo, die ruppige Hotelbesitzerin Maria mit einem Herzen aus Gold, die Anthropologin Ingrid, die ihm hilft, Deutschland zu durchqueren ohne wieder einen Fuß auf deutschen Boden setzen zu müssen, und schließlich die polnische Krankenschwester Gosia, die ihn von Warschau nach Lodz begleitet. Die Reise führt immer weiter, auch weiter in die Erinnerung. Der Film schafft eine anrührende Balance zwischen Melancholie und Heiterkeit und gewann auf den Festivals in Miami und Philadelphia jeweils den Publikumspreis.

Mo. 30. Nov. bis Mi. 2. Dez., täglich um 18.15 Uhr

WINTERREISE
Dänemark / Deutschland 2019, Farbe, 88 Min.
Regie: Anders Østergaard
Drehbuch: Anders Østergaard und Martin Goldsmith
Darsteller: Bruno Ganz

Martin Goldsmith wuchs als ein gewöhnlicher amerikanischer Junge auf. Aber von seiner Kindheit an hing ein großer Schatten über der Familie. Der bekannte Radiomodertor wusste nur, dass seine Eltern, beide säkuläre Juden, aus Deutschland stammten und dass seine Verwandtschaft im zweiten Weltkrieg gestorben sei en...
Martin Goldsmith ist selbst zu hören als Gesprächspartner seines Vaters, der in WINTERREISE von Bruno Ganz in seiner letzten, sehr intensiven Rolle verkörpert wird. Der Film beruht auf dem Buch, das Martin Goldsmith nach den Gesprächen mit seinem Vater schrieb: „Die unauslöschliche Symphonie. Musik und Liebe im Schatten des Dritten Reiches - eine deutsch-jüdische Geschichte“

„Die Doku, die gekonnt Musik, Archivfotos und historische Bewegtbild-Aufnahmen mit fiktionalen Elementen vermengt, ist weit mehr als ein Geschichtsfilm über Judenhass und NS-Terror. Es ist ein hintergründiges Werk über Identität, Heimatverlust, verdrängte Gedanken sowie Kunst im Zeichen des Hakenkreuzes.“ (programmkino.de)

Mo. 9. bis Mi. 11. November, täglich um 18.15 Uhr


SPUREN – DIE OPFER DES NSU

Deutschland 2019, Farbe, 81 Min., FSK: ab 12
Regie + Buch: Aysun Bademsoy

Zwischen September 2000 und April 2007 wurden acht Männer mit türkischen Wurzeln, ein griechischstämmiger Mann sowie eine deutsche Polizistin ermordet. Die Ermittlungen wurden zunächst ausschließlich im Umfeld der nicht-deutschen Opfer mit Verdacht auf Drogenhandel und organisierte Kriminalität geführt. Die Familien der Ermordeten wurden so ein weiteres Mal zu Opfern, diesmal von vorurteilsvoller Stigmatisierung …
SPUREN – das sind nicht nur die Hinweise, die Verbrecher am Tatort hinterlassen, sondern auch die Verletzungen und Narben, die ihre Taten bei den Angehörigen der Opfer, in den migrantischen Gemeinschaften und in der gesamten deutschen Gesellschaft verursachen. In ihr
em Dokumentarfilm begibt sich die türkischstämmige Regisseurin Aysun Bademsoy auf die Suche nach diesen Spuren und stellt sich dabei die Frage, welcher Prozess diese Verletzungen überhaupt heilen könnte. „Spuren“ ist ein vielschichtiger Dokumentarfilm, der das Scheitern von Ermittlern und Justiz beleuchtet – und den Angehörigen der Opfer endlich eine Stimme gibt.

Mo. 16. bis Mi. 18. November, täglich um 18.15 Uhr